Gewässer · Oberösterreich

Traunsee mit der Unterwasserdrohne: Steilwände bis in die Tiefe

Österreichs tiefster See ist ein Revier für Wand-Fans: Unter dem Traunstein fallen die Felsen über 100 Meter ab. Weil der See im Winter nicht zufriert, kannst du hier das ganze Jahr fliegen.

5 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion
Der Traunsee im Herbst
Der Traunsee im Herbst · Bild: Simon Matzinger, Wikimedia Commons, CC BY 4.0
Auf einen Blick
  • Tiefster See Österreichs mit Wänden bis über 100 Meter
  • Friert nicht zu – ganzjährig befahrbar
  • Beste Sicht im Herbst und Winter
  • Viele Plätze am Ostufer nur mit dem Boot erreichbar
  • Gleiche Boots-Regeln wie am Attersee (Oö. Seen-Verkehrsverordnung)

Steckbrief

Fläche24,35 km²
Größte Tiefe191 m – tiefster See Österreichs
Mittlere Tiefe95 m
Sichttiefeim Sommer im Schnitt knapp 7 m, im Frühsommer zeitweise nur 3 m; im Herbst und Winter laut Tauchern bis 20 m
Wassertemperaturan der Oberfläche etwa 4 bis 22 °C
EigentümerÖsterreichische Bundesforste
Eignung für ROVsgut – vor allem Herbst und Winter, viele Ziele nur per Boot

Was du unter Wasser siehst

  • „Madonna“ (1,5 km südlich von Traunkirchen): ein Plateau in etwa 20 Metern, danach eine Wand bis rund 120 Meter.
  • Hausriff Traunkirchen: Ein mit Zebramuscheln bewachsenes VW-Bus-Wrack, eine Wand mit Süßwasserschwämmen und Aale bei der Klosterwiese.
  • Löwendenkmal (zwischen Ebensee und Traunkirchen): eine Wand bis etwa 120 Meter.
  • Ostufer, nur per Boot: die Wand unter dem Traunstein (Miesweg), der Weiße Steinbruch mit einer 160-Meter-Wand, ein versunkenes Arbeitsboot in 20 Metern bei der Eisenau, ein Unterwasserportal in der Fledermausbucht und eine Grotte am Hundsgraben.

Übrigens: Das berühmte Flugzeugwrack, eine P-47 Thunderbolt aus dem Mai 1945, wurde 2006 geborgen – du findest es also nicht mehr im See.

Luftbild des Traunsees von Süden
Luftbild des Traunsees von Süden · Bild: Carsten Steger, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo du starten kannst

Vom Ufer aus startest du am besten am Westufer rund um Traunkirchen: beim Seehotel „Das Traunsee“ (mit Trainingsplattform in 5 Metern), bei der „Madonna“ und beim Löwendenkmal. Die spektakulären Wände am Ostufer erreichst du nur mit dem Boot – zum Beispiel über eine Tauchbasis.

Regeln und Rücksicht

  • Boote: Es gilt die Oö. Seen-Verkehrsverordnung – Verbrennungsmotoren-Verbot im Juli und August, Nachtfahrverbot und Uferschutzzonen.
  • Schutzgebiete: Die Orter Bucht und Hollereck stehen unter Schutz, der See ist Natura-2000-Gebiet. Bleib dort am besten an Land.
  • Fischerei: 52 Fischereirechte, die Bundesforste vergeben Angelkarten. Achte auf Netze und Angler.
Wichtig

Für Unterwasserdrohnen gibt es in Österreich keine eigenen Regeln. Wir fassen zusammen, was nach unserer Recherche relevant sein kann – das ist keine Rechtsberatung. Frag im Zweifel bei der Gemeinde, den Österreichischen Bundesforsten oder den Fischereiberechtigten nach. Stand: Oktober 2026.

Tipps für deine Drohne

  • Für die großen Wände brauchst du Kabel: Mit 100 Metern kommst du an der Madonna gut an die Kante und ein Stück die Wand hinunter.
  • Plane deinen Besuch für Herbst oder Winter – dann ist die Sicht deutlich besser als im Mai und Juni.
  • Im Winter ist das Wasser kalt: Akkus warm halten und mit Reserve planen.
  • Am VW-Bus-Wrack: Abstand halten, damit die Propeller keine Muscheln oder Sediment aufwirbeln.
Praxistipp zum Schluss

Warst du schon mit deiner Drohne am Traunsee? Teil deine Bilder und Erfahrungen im Forum-Sammelthread „Wo darf man tauchen lassen?“ – so wächst unser Gewässer-Wissen für alle.

Ist am Traunsee etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze in Österreich bietet UDRA an.

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