
Stell dir vor, du stehst am Steg eines Sees, hältst dein Handy in der Hand – und siehst live, was zehn Meter unter dir am Grund liegt. Genau das macht eine Unterwasserdrohne möglich. Du brauchst dafür weder Tauchschein noch Neoprenanzug, sondern nur ein bisschen Neugier. In diesem Ratgeber erklären wir dir Schritt für Schritt, was so ein Gerät ist, wie es funktioniert und wofür es sich im Hobby lohnt.
- Eine Unterwasserdrohne ist ein kleines, ferngesteuertes Tauchboot mit Kamera.
- Fachleute nennen sie ROV – „Remotely Operated Vehicle“, also ferngesteuertes Fahrzeug.
- Sie hängt an einem Kabel, weil Funk unter Wasser kaum durchkommt.
- Gesteuert wird meist mit einer Fernbedienung und dem eigenen Smartphone.
ROV, Unterwasserdrohne, Tauchroboter – was ist was?
Keine Sorge, hier ist alles dasselbe gemeint. „ROV“ ist der Fachbegriff aus der Profi-Welt, wo solche Geräte etwa Schiffsrümpfe oder Hafenmauern untersuchen. Für den Freizeitbereich hat sich im deutschsprachigen Raum das Wort „Unterwasserdrohne“ durchgesetzt – angelehnt an die bekannten Flugdrohnen. Der große Unterschied: Eine Flugdrohne fliegt frei per Funk, eine Unterwasserdrohne bleibt immer über ein dünnes Kabel mit dir verbunden.
So funktioniert eine Unterwasserdrohne
Wasser schluckt Funkwellen fast vollständig. Deshalb laufen Steuerbefehle und Videobild über ein Kabel, das Fachleute „Tether“ nennen. Das Zusammenspiel sieht so aus:
Die Drohne selbst hat mehrere kleine Propeller (Thruster), mit denen sie vorwärts, seitwärts, auf- und abtauchen kann. Vorne sitzen eine Kamera und helle LED-Lampen, denn schon wenige Meter unter der Oberfläche wird es in heimischen Seen schnell dunkel und trüb. Den Strom liefert ein Akku in der Drohne.

Was kann ich als Hobbynutzer damit machen?
- Badesee erkunden: Fische, Wasserpflanzen und versunkene Baumstämme aus nächster Nähe beobachten.
- Angeln: Schauen, wo sich die Fische tatsächlich aufhalten und wie der Grund beschaffen ist.
- Boot und Liegeplatz: Anker, Kette oder Rumpf kontrollieren, ohne selbst ins kalte Wasser zu springen.
- Urlaubsvideos: Am Meer in Kroatien oder Italien Unterwasseraufnahmen machen, die sonst nur Taucher kennen.
- Kleine Suchaktionen: Nachsehen, wo die ins Wasser gefallene Sonnenbrille liegt – manche Modelle haben dafür sogar einen Greifarm.



Wo darf ich tauchen lassen?
Eine eigene Führerschein- oder Registrierungspflicht für Unterwasserdrohnen haben wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht gefunden – die bekannten Drohnenregeln gelten nach unserem Verständnis nur für Fluggeräte. Trotzdem ist nicht jedes Gewässer frei zugänglich: In Naturschutzgebieten, Häfen, auf Schifffahrtsstraßen, an privaten Teichen oder an bewachten Badestränden können Verbote gelten. Frag im Zweifel beim Gewässereigentümer, der Gemeinde, dem Fischereiberechtigten oder der Hafenbehörde nach. Und wenn Menschen ins Bild kommen, gilt wie überall: erst fragen, dann filmen.
Was kostet eine Unterwasserdrohne?
Das einfachste Modell von Chasing, die Dory, kostet im offiziellen Shop rund 600 US-Dollar, ist bei deutschsprachigen Händlern aber kaum noch lieferbar. Gut ausgestattete Hobbydrohnen mit 100 Meter Kabel und 4K-Kamera wie die Chasing Gladius Mini S oder die FIFISH V-EVO liegen bei etwa 1.300 bis 1.800 Euro. Nach oben ist viel Luft: Modelle mit mehr Licht, Wechselakku und Profi-Zubehör kosten 3.000 Euro und mehr.
Im Video
Der Hersteller CHASING erklärt in Kurzform, was ein ROV ist – und stellt seine Einsteigerdrohne Dory vor.
Mach deinen ersten Tauchgang an einem ruhigen, klaren See in Ufernähe und lass anfangs nur wenige Meter Kabel ab. So lernst du die Steuerung kennen, ohne dass sich das Kabel an Ästen oder Steinen verheddert. Und nach jedem Einsatz in Salzwasser gilt: Drohne gründlich mit Süßwasser abspülen.
Ist etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze in Österreich bietet UDRA an.

