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KI in Unterwasserdrohnen: Was steckt dahinter – und wie funktioniert das?

Objekte verfolgen, Taucher erkennen, Trübung wegrechnen, gegen Strömung stehen: Wir erklären verständlich, welche Drohnen welche KI nutzen.

3 Min. LesezeitStand: Oktober 2026Von der Unterwasserpilot-Redaktion

KI in Unterwasserdrohnen: Was steckt dahinter – und wie funktioniert das?
Bild: Blueye Robotics

Worum es geht

„KI“ steht inzwischen auf fast jeder Produktseite. Bei Unterwasserdrohnen meint das meistens Bilderkennung: Ein kleines Rechenmodell schaut sich das Kamerabild an und erkennt darin Dinge – einen Taucher, einen Fisch, eine Schweißnaht. Dazu kommen schlaue Sensoren, die der Drohne helfen, an Ort und Stelle zu bleiben. Wir sortieren das in fünf Bereiche.

1. Bilder verstehen: Objekte erkennen und verfolgen

So funktioniert's: Das Kamerabild wird viele Male pro Sekunde von einem trainierten Modell untersucht. Das Modell hat vorher tausende Beispielbilder gesehen und gelernt, wie etwa ein Taucher aussieht. Erkennt es ihn, gibt es der Steuerung die Position im Bild weiter – und die Motoren korrigieren so, dass das Objekt in der Mitte bleibt.

  • QYSEA AI Vision Lock: Du tippst in der App auf ein Objekt, die Drohne hält es im Bild. Bewegungssensoren (Beschleunigung und Drehung) berechnen dabei die eigene Bewegung mit und gleichen Drift aus.
  • QYSEA AI Diver Tracking: Erkennt Taucher und folgt einem von der Seite, von hinten, oben oder unten – oder hält eine ganze Gruppe im Bild.
  • Blueye X7 und X3 Ultra: Ein eingebauter Mini-Computer (Nvidia Jetson Orin NX) erkennt Objekte direkt an Bord, verfolgt ein einzelnes Objekt und hilft, Kollisionen zu vermeiden.
  • CanFish CF1 (CHASING): Die App meldet sich, sobald Fische im Bild auftauchen – praktisch beim Angeln.
Taucherin neben einer Unterwasserdrohne mit Licht
Diver Tracking soll Taucher automatisch im Bild halten · Bild: QYSEA

2. Bilder verbessern: Trübung und Farbstich

Unter Wasser schlucken Schwebeteilchen und das Wasser selbst Licht und Farbe. Filter rechnen das teilweise heraus: Der Plankton-Filter der QYSEA E-GO und der Trübungsfilter der neuen Blueye-Modelle entfernen störende Partikel, die einfache TrueColor-Korrektur der CHASING Dory holt Rottöne zurück. Mehr dazu in unserem Praxisartikel Farben unter Wasser.

Grünstichiger Felsgrund in der Tiefe
Trübes, grünstichiges Wasser – hier helfen Bildfilter · Bild: QYSEA

3. Position halten: Sensoren statt Daumen

Streng genommen ist das weniger KI als kluge Sensorik – fühlt sich aber genauso „intelligent“ an. Die einfachste Stufe ist die Tiefenhaltung über den Drucksensor, die fast jede Drohne kann. Die Profi-Stufe heißt DVL (Doppler Velocity Log): Ein Sonar misst, wie schnell sich die Drohne über dem Grund bewegt. Daraus berechnet sie Richtung und Stärke der Strömung und drückt mit den Motoren dagegen.

  • CHASING X mit „AnchorX“: hält laut Hersteller gegen bis zu 4,5 Knoten Strömung.
  • QYSEA E-MASTER: schwebt per DVL bei über 3 Knoten Strömung, mit Hinderniserkennung und Rückkehr per Knopfdruck.
  • QYSEA X1: nutzt gleich zwei DVL – mehr dazu in unserer News zur X1.
  • CHASING Distance Lock Sonar (Zubehör): misst den Abstand nach vorne, zur Seite und nach unten und hält zum Beispiel einen festen Abstand zu Netzen oder Pfeilern.
Die X1 mit Scheinwerfern im offenen Wasser
Positionshaltung per DVL: die QYSEA X1 · Bild: QYSEA

4. Karten bauen: Sonar-SLAM

SLAM heißt „gleichzeitig kartieren und orten“. Ein 3D-Sonar tastet die Umgebung ab, ein Rechner baut daraus eine Punktwolke – also eine 3D-Karte – und weiß dabei ständig, wo sich die Drohne darin befindet. Das funktioniert sogar bei null Sicht. Neu im Einsatz bei der Deep Trekker SPECTRA.

3D-Punktwolke aus dem SonarLive-Karte am Steuerplatz
Sonar-SLAM: aus Schall wird eine 3D-Karte · Bilder: Deep Trekker

5. Messen: Längen und Flächen aus dem Bild

Das System QY-MT von QYSEA wertet das 4K-Bild aus und misst Längen, Winkel, Flächen und Krümmungen unter Wasser. Die SPECTRA schafft mit ihrer Stereokamera ähnliche Messungen ohne Referenzmarken. Für das Hobby noch Zukunftsmusik, für Inspektionen schon Alltag.

Live-Bild mit Erkennung in der AppLive-Bild der Fische in der AppBlueye Cloud auf Laptop, Tablet und Handy
KI-Funktionen in den Apps von QYSEA, CanFish und Blueye · Bilder: QYSEA / CanFish / CHASING / Blueye Robotics

Wer nutzt was? Die Übersicht

Objekt verfolgenQYSEA FIFISH (Vision Lock), Blueye X7 / X3 Ultra
Taucher verfolgenQYSEA FIFISH (Diver Tracking)
Fische erkennenCanFish CF1 von CHASING
BildfilterQYSEA E-GO, Blueye X7 / X3 Ultra, CHASING Dory (TrueColor)
Strömung halten mit DVLQYSEA X1 und E-MASTER, CHASING X
Kollisionen vermeidenBlueye X3 Ultra, QYSEA E-MASTER, CHASING Distance Lock Sonar
3D-Karte per SonarDeep Trekker SPECTRA
Messen im BildQYSEA QY-MT, Deep Trekker SPECTRA

Fazit

Für Hobbypiloten ist die wichtigste KI-Funktion heute das Objekt-Tracking à la Vision Lock: Es macht ruhige Aufnahmen viel leichter. Echte Strömungsstabilität per DVL und Sonar-Karten gibt es bisher nur bei Profi-Geräten – aber erfahrungsgemäß wandert solche Technik nach ein paar Jahren in günstigere Modelle.

Praxistipp zum Schluss

Lass dich von „KI“ auf der Verpackung nicht blenden. Frag dich: Hilft mir die Funktion bei meinem Einsatz? Für ruhige Filmaufnahmen am See zählt Objekt-Tracking, im Meer mit Strömung eine gute Positionshaltung.

Ist etwas Wichtiges versunken, das eine Hobbydrohne nicht mehr bergen kann? Professionelle Bergungseinsätze in Österreich bietet UDRA an.

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